Herr G. empfiehlt sich

Ich stand auf und begann zu packen, denn in ein paar Stunden musste ich los. Es erwies sich als schwierig, alles zu finden und zusammenzutragen, aber ich kam voran. Hätte ich gewusst, dass wir im defekten Flugzeug sitzengelassen würden und nur manchmal, alle paar Tage, jemand seinen Ausweis zurückbekam und aussteigen durfte, während der Rest in Sauerstoffmangel und Klaustrophobie gegen die Scheiben schlägt und es da draußen einfach niemanden kümmert, hätte ich es mir wohl anders überlegt. Aber so packte ich weiter, bis ich auf die Uhr sah und feststellte, dass ich den Wecker falsch gestellt haben musste. Es war zehn nach ein Uhr nachts. Draußen war alles dunkel. Ich ärgerte mich nicht, so etwas passiert mir oft, wenn ich einen Zug erreichen und deswegen früh aufstehen muss. Ich ging los, denselben Weg durch den Wald zurück, den ich ein paar Stunden zuvor bei Sonnenschein gekommen war; es ging nur darum, ihn jetzt bei der einbrechenden Dunkelheit noch zu finden, eine Art Spiel wie früher im Zeltlager. Unten an der Böschung hatte jemand sein Pferd angebunden, und ich rief: „Wer kann hier kein k sagen?“ Und aus dem Wald rief es „haha“ zurück; „na klar, ich bin Däne, also kann ich kein k …“. Ich ging weiter, und fand es lustig; obwohl ich sagen musste, dass der Totenschädel am Wegrand, der am Tag nach Plastik ausgesehen hatte, im Halbdunkel zu weiß und bedrohlich leuchtete. Ich ging weiter, und kurze Zeit später sah ich im Dunkel zwischen den Bäumen weiße Fetzen und eine Lanze, die etwas aufriss, und hörte Schreie, und ich dachte, wenn ich da reingerate, komme ich nicht mehr raus, und ich versuche mich auf dem Weg zu halten und unhörbar weiterzugehen, unsichtbar mitten hindurchzugehen, und auf dem Weg zu bleiben, während um mich herum Grausames geschieht, das ich nicht sehe.
Jetzt ist es vor mir auf dem Weg. Ich sehe nur die Augen, eins knochenweiß und eins schwefelgelb, ich weiß, dass ich gleich auseinandergerissen werde, und ich bin schon zwischen den Zähnen, wie man im Fallen schon auf dem Asphalt aufschlägt, zerrissene Muskeln, offenliegende Knochen, zu großes Entsetzen und ich wachte auf.
Jetzt stehe ich in der Küche und mache mir Wasser heiß und sehe auf die Uhr über dem Herd. Es ist zehn nach ein Uhr nachts.